Südliches Dänemark: 5 Inseln in einer Woche – Teil 3

Hier kannst du Teil 1 und Teil 2 der Reise nachlesen.

Wie es den Jungs in ihren nassen Zelten ergangen ist, konnten wir nicht fragen, denn als wir nach einer weiteren ruhigen Nacht den ersten Gang zur Toilette am Surfer-Haus machten, waren sie schon weitergezogen. 

Aber wir genossen erst einmal unser Frühstück. Und apropos: Frühstück auf der Reise ist doch immer wieder ein Highlight des Tages. Das braucht und bekommt immer seine Zeit.

Wenn der Kaffee oder der Cappuchino und der Kakao in den Tassen dampft und alle um den Tisch sitzen (natürlich muss vorher geklärt werden, wer den Chefsessel (Fahrersitz) bekommt!), beginnt der Genuss.

Die Wege sind kurz – ein langer Griff und die im Kühlschrank vergessene Butter ist schnell auf dem Tisch. Die Aussicht bei dieser Reise jeden Tag eine andere.

Beim Abwaschen danach muss mal leider stehen, aber das Abtrocknen geht auch im Sitzen am Tisch und die beiden anderen Menschen sitzen dann auch auf ihren Plätzen. Oder nutzen die Zeit und „wandern“ nochmal zum WC. Oder spielen „Diabolo“ draussen… 

Wir waren also (mal wieder) die Letzten, die den Platz verließen. Ist ja schließlich Urlaub und kein Wettrennen! Unser Ziel des Tages sollte Ribe sein. Also einmal Südjütland durchqueren von Ost nach West. Klingt gewaltig, dauert aber nur knapp eine Stunde 😊 

Und was sucht man in Ribe? Einen Spielplatz. Aber nicht irgendeinen! Riplay, mit 12.500 m2 der größte Spielplatz in ganz Dänemark! Eine riesige Auswahl an Klettergerüsten, Schaukeln, zwei parallelen Seilbahnen, einem Hindernisparcour, musikspielenden Schaukeln, Hamsterrad, Kletterhügel,….

Außerdem gibt es gibt einen Kiosk und einen ausreichend großen Parkplatz direkt nebenan. Und alles kostenlos! Wie war das mit den kinder- und familienfreundlichen Dänen?!!! 

Ein sauberes WC gibt es im benachbarten Freizeitzentrum (da ist auch ein Schwimmbad untergebracht). Da es dort im Bistro auch Pommes geben sollte (geöffnet werden sollte erst später am Nachmittag) war der Plan schnell gefasst:

Ab in den nächsten Supermarkt, einige Vorräte nachkaufen, u.a. frische Brötchen, und dann auf dem Parkplatz vom Fritidscenter im Womo Mittagessen: Burger und Pommes!

Gesagt, getan! Nur ging der Plan leider nicht ganz auf: Während die Patties bruzelten, gingen zwei von uns zum mittlerweile geöffneten Bistro und bestellten ganz stolz auf Dänisch 4 Portionen Pommes.

Leider bekamen sie zur Antwort, dass der Ofen kaputt war und es außer Getränken an diesem Tag dort nichts weiteres zu kaufen gab. Oh mannoooo… 

Burger waren aber trotzdem lecker – und selbstgemacht. Im Womo auf einem Parkplatz mitten in der Stadt. Das hat schon was! 

Nachdem die Kids sich nochmal ordentlich im Spielpark ausgetobt hatten (und die Erwachsenen den Abwasch und das Aufräumen erledigt hatten), ging die kurze Fahrt dann weiter zu unserem letzten Übernachtungsplatz für diese Reise.  

Willkommen an der Nordsee! Erstaunlicherweise, sie war auch da, die Nordsee, als wir über den Deich rollten! Sonst ist doch eigentlich immer Ebbe, wenn man ankommt 😊 

Der Rasteplads liegt direkt „hinterm Deich“, also auf der Seeseite. Wieder mal ein ganz normaler Parkplatz, mit Womo-Übernachtungs-Erlaubnis. Einige Camper waren schon da, als wir eintrafen, aber wir erwischten noch einen super Platz.

Auch hier war es sehr international, wie auch auf den anderen Plätzen dieser Reise: Wir hatten Niederländer, Schweden, Dänen und Deutsche als Nachbarn.

Der größte hier war ein „vollintegrierter Schwede“, der kleinste ein zweisitziger Handwerkervan ohne Fenster hinten, wohl aber mit Bett und externem Gas-Grill, für eine Person.

So unterschiedlich die Fahrzeuge, so unterschiedlich die Menschen und ihre Bedürfnisse nach mehr oder weniger Komfort. Aber alle mögen wir wohl die Unabhängigkeit und die Möglichkeit, viel Zeit an tollen und unterschiedlichen Plätzen zu verbringen. 

Als wir ankamen, herrschte wie gesagt noch Flut. Aber das Wasser war schon am Ablaufen. Sobald es weit genug abgelaufen war, begann der Verkehr. Unser Übernachtungsplatz markiert nämlich den Beginn der „Straße“ zur kleinen Insel Mandö.

Diese Straße ist nur bei Ebbe befahrbar, meist einspurig mit einigen Ausweichstellen und 25km/h Tempolimit. Wenn man den Aussagen mancher Mandö-Urlauber glauben mag, ist sie manchmal „nichts für Weicheier“.

Weit im Watt sah man die schwarzen Punkte, wie sie von und zur Insel rollten. Aber das war, zumindest für diesen Tag, nicht unser Ziel, und so genossen wir lieber den brillianten Sonnenuntergang, direkt aus dem Seitenfenster unserer Frida. Traumhaft schön für schöne Träume… 

Nach einer erneut sehr ruhigen Nacht – bis auf einige Frühaufsteher und Rumdieseler – genossen wir unser Frühstück. Da nun erneut Ebbe war, nahm der Verkehr vor unserer Frontscheibe enorm zu, sowohl zur Insel als auch zurück aufs Festland.

Jetzt konnten wir auch die lustigen Traktorbusse in Aktion erleben. Solche hatten wir auch mal oben in Skagen erlebt: Den Sandwurm, der dort nicht durchs Watt, sondern über die langgezogene Sandebene fährt. Das macht schon Spaß! 

Zum Sand zog es uns dann auch auf unserer letzten Station: Der weite Sandstrand Lakolk Strand auf der Insel Rømø (Insel Nummer 5 dieser Reise). 

Übernachten darf man dort nicht, dafür gibt es einen Campingplatz vor den Dünen, aber tagsüber parken auf diesem riesigen Strand einige PKWs und Wohnmobilen aller Arten.

Motto: Such Dir irgendwo einen schönen Platz, stell Dein Fahrzeug ab, hol die Stühle und Tische raus, den Lenkdrachen, Schaufel und Sandeimer, Ball, ….. , und genieß die Zeit!

Einfach ein wunderbar relaxtes „Beachfeeling“. Ein WC gibt es an der „Einkaufsmeile“ vor den Dünen, also, je nachdem wo am Strand man parkt, kann der Weg schon etwas weiter sein!

Auf dem Rückweg zum Strand hattet der kleine Supermarkt noch genügend Zimtschnecken für uns, und dem „Chill Dein Leben“-Nachmittag stand nichts mehr im Wege! 

Ein besonderes Highlight an diesem Strand ist übrigens das alljährliche Rømø Motor Festival. Autorennen mit Motorrädern, Oldtimern und HotRods aus den 1920er Jahren, Menschen in (Original)Kleidung passend dazu. „Schaulaufen“, sehen und gesehen werden und Fotoshootings mit den PS-Schätzchen direkt am Meeressaum bei Sonnenuntergang. Dazu Campmobile vom alten T1 über historische Sattelschlepper mit Wohncontainer bis hin zu ehemaligen Bundeswehr-LKWs in der 6×6-Offroad-Variante und natürlich alles, was es sonst noch so gibt.

Rechts von der Strandzufahrt ist das Renngelände, und links der Parkplatz für PKWs und Camper. An den Festivaltagen darf man wohl am Strand auch übernachten. Da wir im letzten Jahr fast zwei Stunden im Stau auf dem Parkplatz gestanden haben, um vom Gelände/Strand zu kommen um nach Hause zu fahren, haben wir uns gesagt:

Dieses Jahr fahren wir mit unser Frida hin, und wenn das Rennen rum ist und alle sich in den Stau stellen, machen wir’s uns bequem, bestaunen den Stau, und warten mit einem Gläschen Wein auf den Sonnenuntergang 😊 

So ging eine Woche doch ziemlich schnell vorbei. Die Heimfahrt dauerte nur rund zwei Stunden, und mit dem Prinzip „alle machen mit“ war unsere Frida auch schnell ausgeräumt, das Grauwasser und der Inhalt der WC-Kassette entsorgt.

Die gründliche Reinigung (Teppiche raus und absaugen, Bad putzen, etc.) haben wir auf den nächsten Tag verschoben. Ach ja, zum Thema „Beladen, was braucht man, was muss raus und was bleibt drin“ wird es hier nochmal einen Extra-Beitrag geben. 

Fazit der Reise: „Gerne wieder“. Auch unser Jüngster, der zuerst so gar „keinen Bock“ hatte, fands am Ende richtig cool! Ich würde sagen: Alles richtig gemacht 😊 


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