Hier kannst du die ersten Tage der Reise nachlesen.
Märchen, Vögel und ein Spielpark – Fünen wartet auf uns
Nach zwei ereignisreichen Tagen auf Lolland und Langeland hat Frida nun in Rudkøbing „festgemacht“ – und wir mittendrin in einer Reise, die uns noch einige Überraschungen bereithielt. Insel Nummer vier stand auf dem Programm: Fünen, mit der Märchenstadt Odense als großem Highlight. Dazu ein Vogelpark mitten im Wald, ein Spielpark ohne Eintritt und eine Übernachtung mit Fjordblick.
Ankommen in der Marina Rudkøbing
In der Marina in Rudkøbing teilen sich die Skipper und die Wohnmobilisten die Infrastruktur: Wir hatten Strom direkt vor unserer Nase, und ein paar Laufschritte entfernt stehen zwei Service-Häuser.

Das eine besteht aus einem großen Aufenthaltsraum mit Küchenzeile und hier steht auch der Automat zur Buchung der Übernachtung. Dieser „spricht“ auch Deutsch, und per Kreditkarte waren wir schnell eingecheckt. Das Haus gegenüber hat die Sanitärräume – entweder „Für-Alle“-WCs, oder auch kombinierte Räume mit Dusche und WC. Alles sehr sauber und gepflegt. Der Zugangscode zum Betreten des Hauses steht auf der Buchungsquittung.


So waren die Formalitäten schnell erledigt, und unserem Abendessen und einem kleinen Spaziergang rund um die nette Marina stand nichts mehr im Wege. Hier konnten wir dann auch unsere Flaschenpost dem Meer übergeben – leider drückten Wind und Wellen sie schnell in die nächstgelegene Bucht… Aber, wer weiß, vielleicht bekommen wir ja irgendwann von irgendwoher mal eine nette Postkarte als Bestätigung, dass jemand unsere Nachricht gefunden hat.
Interessiert konnten wir auch noch das Auslaufen des örtlichen Seenotrettungsbootes verfolgen, das wohl zu einem Übungstörn startete. Und interessant auch unsere „Nachbarn“ – vom Mietcamper aus Deutschland über ein großes „Wohnschiff“ aus Schweden bis hin zu einem Pick-Up mit Camping-Aufsatz war alles vertreten. Mit letzterem kam kurz nach uns eine vierköpfige Familie angereist, zwei Erwachsene mit einem Kindergarten-Kind und einem Baby. Wir sind leider nicht in Kontakt gekommen, und so fragen wir uns bis heute, wie die es schaffen, auf so engstem Raum zusammen zu übernachten… Also, falls Ihr das lest und Euch hier wiedererkennt, schreibt uns gerne einen Kommentar unter dem Artikel!
Weiter nach Fünen – Insel Nummer vier
Gut erholt und gestärkt nach dem Frühstück verließen wir diesen schönen Platz und setzten die Reise fort in Richtung Odense. Zuerst einmal über die große Brücke, mit letztem Blick zu unserem Übernachtungsplatz, und dann war sie auch schon erreicht, unsere vierte Insel: Fünen.
Nach einer knappen Stunde war die große Stadt erreicht, und nun begann das Abenteuer der Parkplatzsuche. Laut Park4Night gibt es einen tollen Womo-tauglichen Platz in der Innenstadt, der war aber leider schon belegt, und bedingt durch die Lage in einer Sackgass auch sehr eng.

Also musste Plan B her: Ein netter Parkplatz, ebenfalls recht zentral gelegen und mit genügend Platz für unsere 6-Meter-Frida. Der Clou: Am Parkautomaten zahlt man nur für genau die Zeit, die man parkt. Mit Kreditkarte einchecken als Startzeit, und vor dem Wegfahren mit genau dieser Kreditkarte wieder auschecken, fertig. Gekostet hat uns das 5,50 €
Das Hans-Christian-Andersen-Haus – ein Märchen als Museum
Nach etwa 10 Minuten Fußweg war dann auch schnell das Ziel des Tages erreicht: Das Hans-Christian-Andersen-Haus. Ein architektonisches Highlight mitten in der Altstadt, mit viel Grün, runden Formen und vielen Ebenen.

Auch das Museum selbst ist wahrlich ein Highlight. Es gibt Audioguides, die man am Eingang ausleihen kann (im Preis inbegriffen) und über die man an vielen Stationen Informationen abrufen und sich anhören kann. Wer mag, kann wählen zwischen z.B. Dänisch, Englisch oder Chinesisch, wir bevorzugten die deutsche Variante. Familienfreundliches Highlight (wie in so vielen Museen in Dänemark): Eintritt für die Kinder ist kostenlos! (Für zwei Erwachsene haben wir 44,24 € bezahlt.)



Man erfährt zuerst viel über das spannende Leben. Besonders beeindruckend sind die ungefähr 30 Reisen, die H.-C. Andersen unternommen hat, und wie und warum sie sein künstlerisches Schaffen beeinflusst haben. „Reisen bedeutet Leben“, soll er gesagt haben. Ein schönes Motto, wie wir finden.


Im zweiten Teil geht es um seine Werke, neben seinen Erzählungen, Scherenschnitten etc. natürlich auch um seine berühmten Märchen. Einige werden über den Audioguide kurz erzählt, Ausstellungsstücke ergänzen den Eindruck.


Beispielsweise 20 Originalmatratzen aus dem Königlichen Schloss zum Thema „Die Prinzessin auf der Erbse“, inklusive eben jener Erbse, präsentiert auf original königlichen Samtkissen, ebenso gespendet von der königlichen Familie. Ach ja, und die Erbse ist es auch, die im Audioguide die Geschichte von der Prinzessin aus ihrer Sicht erzählt …
An anderer Stelle kann man ein Casting bestehen mit einer virtuellen Prinzessin, oder per Kurbel die goldene Nachtigall zum Singen bringen.
Den Abschluss unseres Besuches bildete dann noch die „Ville Vau“, ein etwas abseits liegender weiterer Bereich: Zuerst wollten unsere Kids da gar nicht rein, weil sie dachten, das wäre nur was für kleine Kinder. Aber dann hatten wir doch alle Vier unseren Spaß, beim Verkleiden und Abtauchen in Phantasiewelten. Also: Nicht verpassen!


Zimtschnecken und ein innerstädtischer Spielplatz
Und was fehlt nach solch einem „anstrengenden“ Besuch eines dänischen Museums? Natürlich: Kanelsnegler (Zimtschnecken) für alle! Da diese aber in Dänemark gerne schon zum Frühstück „vernascht“ werden, waren sie beim nächsten Bäcker schon ausverkauft… Glücklicherweise fand sich schnell ein Supermarkt, und tatsächlich gab es dort noch sage und schreibe 4 (!) dieser Köstlichkeiten für uns. Tag gerettet 😊

Es war später Nachmittag, und von unserer Bank an einem kleinen, aber feinen innerstädtischen Spielplatz war ganz deutlich zu sehen, dass die Dänen ein sehr kinderfreundliches Volk sind (Hinweis 2 an diesem Tag, nach dem Museum):
Der Spielplatz war voll mit Familien, und einige Erwachsene kamen wohl direkt aus dem Büro. Motto: Es ist kurz nach 16 Uhr, jetzt stoppt/ruht die Arbeit, denn jetzt werden erstmal die Kids aus der Kita geholt und es ist Familienzeit!
Auf dem Rückweg zu Frida kamen wir dann noch durch einen kleinen Park, mit einer H.-C. Andersen-Skulptur und einem kleinen Schlößchen aus Andersens Märchenwelt. Und in einem nahen Bücherschrank fand unser Sohn dann noch ein fast neues „Diabolo“ – der sportliche Ehrgeiz war geweckt und die Beschäftigung für ggf. kommende langweilige Stunden perfekt!
Übernachtung im Wald: Stellplatz am Vogelpark
Dann begann der spannendste Teil der Reise: die Fahrt zu unserem nächsten Übernachtungsplatz. Womoplätze am Parkplatz eines Vogelparkts mitten auf Fünen, in der Nähe von Tommerup. Die Straßen dorthin wurden immer enger, schließlich war es eine Art Feldweg, der dann in einen Waldweg mündete. Und die 6 x 2,40 x 3m große Frida einspurig hinein in den Wald. Kommen wir hier überhaupt rein? Kommen wir hier jemals wieder raus?

Aber alles ging gut, und die Stellplätze erwiesen sich überraschend komfortabel: Jeder einzelne von einer hohen Ecke an drei Seiten umgeben, mit eigenem Stromanschluss, und genug Platz für Womo und nebendran Tisch und Stühle. Bezahlt wird in bar – man braucht also doch hin und wieder mal Bargeld im digitalisierten Dänemark…
Das Geld für Stellplatz inkl. Strom steckt man in einen Umschlag und schiebt es dann durch den engen Schlitz eines „Briefkastens“. Das Einzige, was fehlt, ist ein WC außerhalb des Vogelparks, aber genau für solche Situationen haben wir ja eins an Bord.

Dank des schönen Wetters konnten wir dann zum ersten Mal auf der Reise Tisch und Stühle ausgepacken und unsere Wraps an der frischen Luft genießen. Vor der letzten Runde Wraps mussten wir dann allerdings übereilt einpacken, weil versteckt hinter den Bäumen plötzlich Regenwolken auftauchten und sich über uns entleerten. Gemein!
Tja, und dann waren wir allein in der aufkommenden Dunkelheit: Frida, wir, die Vögel im benachbarten Vogelpark, und…
Nach einer wunderbar ruhigen Nacht und mit schönem Wetter erwartete uns der neue Tag.
Aug in Aug mit Kakadu und Strauß
Papa und Tochter wollten sich noch den Vogelpark ansehen. Danmarks Fugle Zoo ist ein netter kleiner Vogelpark. An der Kasse sitzt der „Kollege Terminal“, der spricht Deutsch und per Kreditkartenabbuchung gibt es die Eintrittskarten.
Ein Schild am Anfang des Rundwegs klärt darüber auf, dass hin und wieder Unkraut und „Wildwuchs“ zum Konzept gehören – alles soll sehr natürlich sein. Trotzdem könnte an manchen Stellen eine Harke, ein Besen oder ein Staubwedel mal in Arbeit gebracht werden, finde ich. Aber sei’s drum: Die Anlage hat Charme!
Man kommt den Vögeln sehr nah: Ein nettes „Gespräch“ mit einem Kakadu hat man nicht alle Tage. Das „Auge-in-Auge“ mit einem australischen Strauß war sehr beeindruckend und auch meinem Lieblingsvogel, dem Storch, konnte man sehr nahekommen. Ebenso die drei weißen(!) Pfauen, die sich synchron radschlagend präsentierten und mit ihren bunten Kollegen auf der anderen Anlage lautstark kommunizierten.
Wir zwei waren die allerersten Gäste an diesem Morgen – der Himmelfahrtstag – und wohl auch in den drei Stunden, die wir dort waren, bis kurz vor Beenden unserer Rundtour die einzigen. Was ich etwas überraschend fand, für einen Feiertag. Hoffentlich war der Besucheransturm an Nachmittag etwas größer!
Wir jedenfalls verließen diesen netten Ort und erreichten „durch Wald und Feld“ die Hauptstraße ohne Gegenverkehr, was mir an dieser Stelle sehr recht war…

Kolding: Spielpark, Paddelboote und Plan B
Unser nächstes Ziel: Kolding. Nach dem Überqueren der neuen Brücke über den Kleinen Belt (Den Nye Lillebæltsbro) bei Middelfart waren wir wieder auf dem Festland angelangt, in Jütland.
Und was macht man in Kolding? Einen Spielplatz besuchen. Nein, keinen SpielPLATZ, sondern einen SpielPARK. Da war es wieder, das kinderfreundliche Dänemark.


Ein richtig großes Gelände mit vielen Spielgeräten für große und kleine Kids, einem Straßenparcour für „Kettcars“, etc. WCs sind vorhanden und man kann Räumlichkeiten mieten für z.B. Kindergeburtstage.


Und das Highlight: Man kann sich Paddelboote oder Treetboote ausleihen und einige Runden über einen kleinen See fahren. Dazu werden Rettungswesten ausgegeben und freiwillige Mitarbeitende betreuen die Anlage. Es gibt keinen Eintritt für die Anlage, und auch das Bootfahren ist kostenlos! Und macht riiiesigen Spaß!
Geparkt haben wir übrigens ganz in der Nähe – ein kleiner, etwas versteckter Parkplatz mit einspuriger steiler Einfahrt, nahe dem Krankenhauses. Auch hierbei hat uns wieder Park4Night geholfen.

Ach, und das Krankenhaus in Kolding kannte Julia schon: Vor etlichen Jahren war sie mal dort, als Mitarbeitende einer EJW-Freizeit für Jugendliche durfte sie ein Kind dorthin begleiten zu einer kurzen ärztlichen Begutachtung. Schon spannend, wenn man nach längerer Zeit altbekannte Orte wiedertrifft…
Für die Übernachtung hatten wir in der App einen Womo-Stellplatz an der Marina in Kolding gefunden. Dort waren aber leider schon alle Plätze belegt, und so wurde es dann mal wieder Plan B.
Aber nicht minder schön: Etwas außerhalb von Kolding, in der Gemeinde Rebæk, ein Wanderparkplatz, direkt am Kolding-Fjord gelegen. Zuerst geht die Fahrt durch ein Villenviertel mit beeindruckenden dänischen Designhäusern, und die Straße endet dann an diesem Parkplatz.

Ein paar Meter weiter ist eine als Zeltplatz ausgewiesene Wiese mit einigen Bänken und Tischen. Noch etwas weiter befindet sich ein Haus des örtlichen Surf-Clubs, in dessen hinterem Teil auch eine öffentliche Toilette ist. Einfach, aber wohl täglich gereinigt. Für hartgesottene Zeitgenossen befinden sich auch noch zwei Aussenduschen an der Wand vor der Toilette, für die kalte Dusche am frühen Morgen..
Als wir dort ankamen, war noch nicht viel los – lediglich einige PKW und ein weiteres Womo standen dort. Wir erwischten einen tollen Stellplatz mit direktem Blick auf den Fjord und die Stadt Kolding aus der Frontscheibe. Im Laufe des weiteren Nachmittags und Abends verließen uns die PKWs der Wanderer, und mehr und mehr Womos gesellten sich zu uns.
Selbst in der Nacht gab es wohl noch Zuwachs, denn am nächsten Morgen stand sogar noch einer vor den großen Felsbrocken an der Zufahrt zum Platz.
Wie gesagt, ein ganz normaler Wanderparkplatz mit Womo-Übernachtungs-Erlaubnis. Kein Strom, dafür mit Toilette in einigen hundert Metern Entfernung. Aber definitiv komfortabler als für die Jungs auf ihren Fahrrädern, die am Abend ihre Zelte auf dem Zeltplatz aufbauten. Zumal es in der Nacht auch noch anfing zu regnen…
Abendliches Umzieh-Tetris und viel Gelächter
Wir hatten es schön trocken und nach dem Abendessen folgte das allabendliche „Umzieh-Tetris“:
„Ok, ich bleib hier sitzen, dann kannst Du ins Bad.
Du fährst mal das Hochbett aus, hängst schonmal die Leiter ein und krabbelst nach oben, während Du Dich schonmal hinten umziehst.
Dann kannst Du aus dem Bad raus, Du gehst auch hoch.
Ich häng die Leiter aus, zieh mich auch um und verkrümel mich aufs Bett. Dann kannst Du aus dem Bad raus, nach vorne und ich geh ins Bad, …“
So oder so ähnlich. Man bekommt Routine. Und hat viel zu lachen!
Noch mehr zu lachen gabs dann bei der auch allabendlichen Vorleserunde aus dem Bill Bryson-Buch vom ersten Abend. Ich sag nur: „West-Ost-Dampfwalzen-Rennen“… und höre das Gelächter aus vier Kehlen noch ganz deutlich…
Was erwartet uns auf der fünften und letzten Insel?
Vier Inseln liegen hinter uns, eine Menge Eindrücke im Gepäck – und die Reise ist noch nicht zu Ende. Was bringt die letzte Insel unserer Woche? Welcher Stellplatz wird unser bisher schönster? All das und mehr erfahrt ihr in Teil 3 unserer Inseltour.


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